Was versteht man unter Tiefenwärme resp. Tiefenwirkung?

Im Zuge unserer Beratungsgespräche erleben wir es immer wieder, dass hinsichtlich der Begriffe Tiefenwärme bzw. Tiefenwirkung, besonders im Hinblick darauf, welche Infrarotkabinen und Strahlertypen denn eine solche bewirken können, eine große Verunsicherung herrscht. Da beide Begriffe als recht populär gelten und auch keinem Schutz unterliegen, wird diese Verwirrung genährt, durch die sich widersprechenden Darlegungen verschiedener Anbieter, nicht nur von Infrarotkabinen. Für uns Anlass genug, mal etwas aufzuklären.

Was versteht man nun also unter Tiefenwärme?

Herrscht noch Einigkeit darüber, dass es sich bei Tiefenwärme um Wärme in etwas tiefer gelegenem Körpergewebe handelt, gehen die Argumentationen, wie sie denn dort hin gelangt, auf zwei Wegen auseinander.

Die erste Variante - und das ist die, mancher Anbieter von Heizkissen, Wärmepflastern und dergleichen - geht davon aus, dass Tiefenwärme durch Wärmeleitung, also indirekt und allmählich, ausgehend von der erwärmten Oberfläche in tiefer liegendes Gewebe erfolgt. Definiert man Tiefenwärme derart, dann ist tatsächlich jedes, von seiner Temperatur her über unserer Körpertemperatur liegende, feste Objekt, Flüssigkeit oder Gas potentiell geeignet eine Tiefenwärmewirkung zu entfalten. Der Wärmefluss ist dabei immer zur geringeren Temperatur gerichtet, setzt also einen entsprechenden Temperaturunterschied zur Körpertemperatur voraus. Da dieser meist ziemlich gering ist und zudem unsere Haut ein schlechter Wärmeleiter ist, läuft dieser Vorgang sehr langsam ab. Wärmepflaster z.B. erzielen eine therapeutische Wirkung ab einer typischen Anwendungsdauer von ca. 8 Stunden.

Die zweite Variante entspricht sowohl unserer Auffassung von Tiefenwärme, wie auch der einer Vielzahl weiterer seriöser Anbieter und besagt, dass die Tiefenwirkung der Tiefenwärme auf der direkten Erwärmung der Unterhaut und den dort vermehrt befindlichen kapillaren Blutgefäßen, mittels kurzwelliger Infrarotstrahlung, beruht.

 

Einfluss Wellenlänge --> Eindringtiefe ins Gewebe

 

Ursprünglich stammt der Begriff der Tiefenwärme wohl aus der Hyperthermie-Anwendung, einer medizinischen Behandlungsmethode u.a. von Krebs. Dabei wird die Körperkerntemperatur nicht unwesentlich erhöht, man schafft quasi ein „künstliches Fieber“. Ziel dabei ist eine Anregung oder besser eine Ausbalancierung des Immunsystems. Zum Einsatz kommen dafür ausschließlich Infrarot-A-Strahlen.

Klar sollte auf jeden Fall sein, dass eine direkte Tiefenwärmewirkung nur von den höherfrequenten Banden des IR-B-Spektrums und vor allem von IR-A-Strahlung ausgeht.
Auch leuchtet dann ein, dass von Magnesiumoxidstrahlern, mitunter auch als Incoloy- oder Dunkelstrahler bezeichnet, genauso wenig eine Tiefenwirkung zu erwarten ist, wie erst Recht von Flächenstrahlern. Manche Keramikstrahler dagegen, werden mit genügend hohen Quelltemperaturen betrieben, um zumindest im IR-B-Bereich so etwas wie Tiefenwärme zu entfalten.

Wer jedoch wirksame Tiefenwärmewirkung mit allen Vorteilen erwartet, kommt an einem richtigen Vollspektrumstrahler mit nennenswerten IR-A-Strahlungsanteil nicht vorbei. Zweitrangig ist dabei, ob es sich um einen Philips Vitae-Strahler, Jokey Rotlichtspezialstrahler oder einen Tiefenwärmestrahler eines weiteren Herstellers handelt.

Um Mißverständnissen vorzubeugen: Alle Strahlertypen haben sicher ihre Berechtigung. Auch wir bieten Kabinen mit Flächenstrahlern und auch solche mit Magnesiumstrahlern an. Magnesium- und Keramikstrahler zeichnen sich z.B. durch eine sehr hohe Lebensdauer bei preiswerter Herstellung aus, und Wärmekabinen mit Flächenstrahlern sind unerreicht, was die Gleichmäßigkeit der Wärmestrahlung betrifft. Nur wird die Wärmestrahlung eben bereits vollständig an der Hautoberfläche absorbiert.

Für weitere Informationen lesen Sie ruhig auch in unseres FAQ's und diesem Artikel.

 



Zurück
© 2017 - Infrarotkabine, Strahlungsheizung, Heizstrahler, Dampfdusche - günstig online